Lokomotive Leipzig gehört zu den bekanntesten Vereinen im Leipziger Raum. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren spielte der Klub erfolgreichen Fußball. Eine spannende Geschichte verbirgt sich hinter dem Werdegang der Leipziger. Ob Krisen oder Triumphe: Hier erfährst du alles über den ehemaligen Finalisten des Europapokals.

Lokomotive Leipzig – ein Klub, der schnelles Ansehen errang

Schaut man sich die Historie der Leipziger genauer an, so findet man einige Namensänderungen, Auflösungen oder auch Fusionen. Folglich sollte man beachten, dass 2003 das offizielle Gründungsjahr des Klubs ist. Jedoch sehen sich die Leipziger als inoffizieller Nachfolger des VfB Leipzig und des gleichnamigen Vereins, der vor allem in der DDR beeindruckenden Fußball spielte.

Schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg war der Name Lokomotive Leipzig in Deutschland bekannt. Aufgrund der sowjetischen Besatzungsmacht löste man den Vorgänger VfB Leipzig auf. Um Hochleistungssport anbieten zu können, entstanden 1954 sogenannte Bezirkssportklubs in Leipzig. Der SC Lokomotive Leipzig war geboren, fusionierte sich aber nur neun Jahre später mit dem SC Rotation zum SC Leipzig.

1966 kam es allerdings zu der Ausgliederung der Fußballabteilung des SC Leipzig. Grund war ein Funktionärsbeschluss, um bessere Rahmenbedingungen zur Förderung des DDR-Fußballs zu schaffen. Der Vereinsname wurde daraufhin in den 1. FC Lokomotive Leipzig geändert. Noch im selben Jahr feierte „Loksche“ mit dem International Football Cup (Messepokal) den ersten Pokaltitel der Vereinsgeschichte.

Pokalmannschaft Leipzig

Aufgrund finanzieller Hilfen der damaligen Deutschen Reichsbahn konnte man professionellen Fußball in Leipzig anbieten. Somit gehörte der Verein seit der Namensänderung 1966 zu den Spitzenklubs der DDR. Bis auf ein Jahr in der zweithöchsten DDR-Liga spielten die Leipziger immer erstklassig und konnten wichtige Triumphe feiern.

Meister wurde Lokomotive Leipzig zwar nie, doch machte sich der Verein als waschechte Pokalmannschaft einen Namen. Bis zur 1991 konnte man viermal den FDGB-Pokal (Pokal der DDR) gewinnen. Dazu gesellen sich drei weitere Finalteilnahmen sowie drei Vizemeisterschaften. Als größter Erfolg wird vor allem das verlorene Finale des Europapokals der Pokalsieger betitelt. Nur denkbar knapp unterlag man im Olympiastadion in Athen Ajax Amsterdam mit 0:1.

Die Auflösung und Wiedervereinigung

In Erinnerung an den dreimaligen deutschen Meister und Vorgänger VfB Leipzig kam es 1991 dann zur erneuten Umbenennung. Lokomotive Leipzig hieß fortan wieder VfB Leipzig. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands verpasste der VfB den direkten Sprung in die Bundesliga. Dies sollte erst 1993 gelingen. Doch auf die Saison 1993/994 im deutschen Oberhaus folgte der direkte Abstieg. Nach vier Spielzeiten in der 2. Bundesliga folgte 2000 sogar der Fall in die viertklassige Oberliga. Neben dem damaligen Bundesligaaufstieg war der Titel des Sachsenpokals 1996 der einzige Erfolg der Sachsen in dieser Zeit.

Der Verein erholte sich nie wieder vom Fall in den Amateursport. Es folgten zwei Insolvenzverfahren in den Jahren 2000 und 2004. Nach dem zweiten Insolvenzverfahren wurde durch die Gläubigerversammlung die Erstellung eines Insolvenzplans abgelehnt. Die Mannschaften des VfB Leipzig wurde zum Ende der Saison 2003/04 vom Spielbetrieb abgemeldet.

Der Fußball lebte dennoch weiter. In Folge der Insolvenz des VfB Leipzig gründeten Fans den 1. FC Lokomotive Leipzig. Der wiedergeborene Verein trat somit die Nachfolge des VfB an und übernahm die erfolgreichen Nachwuchsmannschaften und die Frauenfußballabteilung. Auch das Bruno-Plache Stadion blieb weiterhin die Heimspielstätte von „Loksche“.

Wo spielt Lokomotive Leipzig heute? KICK.TV verrät es euch!

2004 ganz unten in der Kreisklasse gestartet, kämpfte sich der im Stadtteil Probstheida beheimatete Klub bis 2008 in die Oberliga. Von dort aus ging es 2012 in die Regionalliga Nordost, ehe man 2014 wieder abstieg. In der Saison 2015/16 gelang der Wiederaufstieg in die Regionalliga. Auch in der aktuellen Spielzeit sind die Leipziger in der Regionalliga Nordost aktiv. Die Saison wird aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht mehr fortgesetzt. Somit steht nach zwölf Spieltagen ein solider sechster Platz zu Buche.

Besonders bitter: Schon im letzten Jahr wurde die Saison in der Regionalliga durch die Corona-Krise vorzeitig abgebrochen. Als Meister verpasste man in der Relegation nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga. Nur durch die Auswärtstorregel verpasste man die Rückkehr in den Profifußball. Auf das 1:1 daheim folgte ein bitteres 2:2 gegen den SC Verl.

Trotz des pausierenden Spielbetriebs in der Regionalliga Nordost versorgt dich KICK.TV weiterhin mit spannendem Content rund um Lokomotive Leipzig. Egal, ob Fan von „Loksche“, Stadtrivale Chemie Leipzig oder einem anderen Amateurverein aus Deutschland. Auf der größten Videoplattform für den Amateurfußball findet jeder Liebhaber etwas!