Nach dem Abstieg aus der 3. Liga im vergangenen Jahr wollte man sofort wieder angreifen. Langfristig ist das Ziel nämlich, den VfB Lübeck im Profifußball zu etablieren. Nach einem Umbruch im letzten Sommer und einer eher mäßigen Saison steht man aktuell aber nur auf Platz sieben in der Meisterrunde der Regionalliga Nord. Wir blicken zurück auf eine Saison mit Höhen und Tiefen. Aber noch viel wichtiger: Wir schauen auch nach vorne. Der VfB hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen und will seinen Kader nun für den nächsten Aufstiegsversuch qualitativ verbessern. Außerdem möchte der Traditionsklub auf eine bessere Jugendarbeit setzen.

Trotz bestem Angriff der Liga: Meisterrunde beinahe verpasst!

Nach dem Abstieg fehlten in Lübeck an vielen Stellen die finanziellen Mittel, doch die dritte Liga wollte man als Ziel nicht aus den Augen verlieren. Allerdings musste man sich nun neu in der Regionalliga beweisen. Und diese Aufgabe wurde schwerer als anfänglich erwartet. Mit 33 Punkten reichte es nur haarscharf für die Qualifikation zur Meisterrunde. Ausschlaggebend war am Ende auch die sehr gute Tordifferenz, Lübeck stellte den besten Angriff der Liga! Doch die durchwachsenen Leistungen setzten sich in der Meisterrunde fort. Mit nur vier Siegen aus 15 Partien steht das Team aktuell nur auf Platz sieben, hat mit dem Aufstiegsrennen nichts zu tun. Zu wenig, für eine Mannschaft, die im Vorjahr noch drittklassig spielte. Das Ziel Wiederaufstieg ist gescheitert. Wie geht es jetzt weiter?

Transferkracher noch während der laufenden Saison – Jannik Löhden kommt aus Köln!

Der 32-jährige Kapitän von Fortuna Köln unterschreibt bis 2024 beim VfB

In den Lübecker Köpfen ist die Saison sportlich noch nicht ganz abgehakt, die Planungen für den nächsten Aufstiegsversuch laufen aber bereits auf Hochtouren. Den ersten hochkarätigen Transfer gab der Verein diese Woche bekannt: Fortuna Kölns Kapitän Jannik Löhden wird nach Lübeck wechseln! Der 2,01 große Innenverteidiger schließt sich zur neuen Saison dem Traditionsklub an und unterschreibt bis Juni 2024. Der Vertrag gilt für Regionalliga und 3. Liga. Mit der Verpflichtung erhofft sich der Verein sowohl spielerisch als auch menschlich eine Weiterentwicklung der Mannschaft. Löhden sammelte in seiner Karriere schon viel Erfahrung, saß bereits in einigen Bundesligamatches auf der Bank von Hannover 96 und trainierte dort im Profikader mit.

Sein neunjähriger Ausflug in den Westen war sportlich überaus erfolgreich. So spielte er bei Viktoria Köln, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Köln immer eine tragende Rolle. Nun möchte der kopfballstarke Spieler zurück in die Heimat und entschied sich ganz bewusst für einen Wechsel zum VfB Lübeck. Der Verein habe ihn sportlich überzeugt und er sei heiß darauf, noch einmal die dritte Liga zu erreichen. Außerdem wollte Löhden unbedingt wieder zu einem Verein mit großer Tradition. Diese findet er beim über 100 Jahre alten VfB Lübeck allemal vor.

Auf der Tribüne des VfB finden sich jedes zweite Wochenende viele treue Fans!

Defensive wird verstärkt – doch auch vorne handelt der VfB

Neben dem neuen Abwehrchef wird auch in der starken Offensivabteilung der Lübecker eine Veränderung stattfinden. Vom Nordost-Regionalligisten Carl Zeiss Jena wird sich Flügelstürmer Felix Drinkuth dem Drittligaanwärter anschließen. Drinkuth unterschreibt ebenfalls bis 2024. Auch hier setzt der VfB auf viel Erfahrung, der Stürmer kommt bereits auf 190 Regionalligaspiele und 72 Drittligapartien. Auch in der zweiten Liga stand er bereits beim SC Paderborn unter Vertrag, konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen. Der flexible Spieler brilliert vor allem auf der Außenbahn und sorgt immer wieder für außergewöhnliche Momente. „Er ist immer in der Lage, mit seiner Kreativität für besondere Momente im und am Strafraum zu sorgen“, weiß VfB-Sportvorstand Sebastian Harms um die Stärken des Neuzugangs.

Mission Aufstieg 2023 – mit Neuzugängen und guter Jugendarbeit

Neben den positiven Meldungen auf dem Transfermarkt, will der Verein auch die Jugendabteilung umstrukturieren. Erst kürzlich wurden die Führungspositionen dort neu besetzt, Sportvorstand Harms möchte mit „neuen Impulsen“ eine stärkere Nachwuchsförderung betreiben. Das große Ziel sei ganz klar der Aufstieg in die 3. Liga, dort wolle man sich auch etablieren. Der VfB, seit Beginn der 2000er Jahre schon in der dritten und kurzzeitig auch zweiten Liga unterwegs, konnte sich in den letzten Jahren in der Regionalliga zwar sicher halten, zu den absoluten Spitzenmannschaften gehörte man aber nicht immer. Doch in der Saison 18/19 war die langjährige und geduldige Entwicklung am vorzeitigen Höhepunkt angelangt. Mit der Vizemeisterschaft verpasste man denkbar knapp den Aufstieg in die 3. Liga! Doch dass Lübeck sich nie aufgibt, war allen Fans bewusst. Nur ein Jahr später schaffte man dann endlich den lang ersehnten Aufstieg und die damit verbundene Rückkehr in den Profifußball.

Nach einer recht erfolglosen Saison, befand man sich allerdings schneller als gedacht wieder in der Regionalliga. Nach diesem Abstieg versuchte der VfB den Neustart. Der langjährige Erfolgstrainer Rolf Landerl musste den Verein nach vielen überaus erfolgreichen Jahren verlassen und Platz machen für den jungen bisherigen Co-Trainer Lukas Pfeiffer. Dieser ist in seiner Premierensaison erstmal am Wiederaufstieg gescheitert, jedoch setzt der Verein weiter auf ihn. Man bietet ihm die Chance, die Mannschaft zu formen und ein Team zu erschaffen, dass sowohl den Aufstieg meistern, als auch den Verbleib in der dritthöchsten deutschen Spielklasse stemmen kann. Viel Zeit hat der 31-jährige jedoch nicht! Mit den neuen Spielern und einer zukünftig breiter aufgestellten Jugend soll dieses Ziel bereits in der kommenden Saison angegangen werden. Die Mission Aufstieg ist eingeleitet!

Kann in seiner ersten Saison als Cheftrainer schon den Pokalsieg holen: Lukas Pfeiffer

Im Pokalfinale kann die Saison gerettet werden

Abseits der mittelmäßigen Leistungen in der Liga konnte man im Verbandspokal bis ins Finale einziehen! Dort könnte man, im Falle eines Triumphs, mit Rekordsieger Holstein Kiel gleichziehen. Die Kieler gewannen bereits 16 mal den Schleswig-Holstein-Pokal, der VfB 15 mal. Bis ins Finale lieferten die Lübecker äußerst souveräne Leistungen ab, gewannen 4:0, 5:0 und im Halbfinale 5:2! Gegner im Finale ist TSB Flensburg, die unter anderem Vorjahressieger Weiche Flensburg aus dem Wettbewerb schmissen! Der letzte Pokalerfolg des VfB war übrigens im Jahr 2019. Sollte der Sieg im Verbandspokal gelingen, qualifiziert sich die Mannschaft automatisch für den Prestige-trächtigen DFB-Pokal, in dem man auch auf höherklassige Gegner treffen könnte. Und das der VfB Pokal kann, hat er in dieser Saison mehr als bewiesen!

RIVAL DAYS bei KICK.TV

Der positive Nebeneffekt des Nicht-Aufstiegs ist, dass sich die Fans über zwei weitere Lübecker Stadt-Derbys freuen dürfen. Mit dem wieder erstarkten 1.FC Phönix Lübeck wächst in der jüngsten Vergangenheit ein zweiter Topverein in der Stadt heran. Bereits in der abgelaufenen Saison war das Derby, dass seit über 30 Jahren aufgrund sportlicher Differenzen nicht stattgefunden hatte, ein absolutes Saisonhighlight für beide Fanlager! KICK.TV war im Rückspiel live dabei, und hat nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die Vorbereitung und einige spannende Stimmen eingefangen. Wenn man da keine Lust auf Amateurderbys bekommt…

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